Autismus-Spektrum-Störungen sind „neuronale (die Nerven betreffende) Entwicklungsstörungen“, die von Geburt an bestehen. Sie sind durch Probleme der sozialen Interaktion und Kommunikation, außerdem durch restriktive (eingeschränkte), repetitive (sich wiederholende) Verhaltensweisen, Interessen und Aktivitäten gekennzeichnet. Die Ausprägung der Symptome kann sehr unterschiedlich sein: Es gibt sprechende und nicht sprechende, geistig behinderte, durchschnittlich und hoch begabte Betroffene. Hoch- und Sonderbegabungen sind aber – entgegen dem Bild, das z. B. in Filmen wie „Rain Man“ und manchen Serien vermittelt wird – kein allgemeines Merkmal autistischer Störungen, sondern kommen bei etwa 5 Prozent der Betroffenen vor, während ca. 50 Prozent intelligenzgemindert sind.
Da sich die bisherige Unterscheidung in z. B. „frühkindlichen“ und „Asperger“-Autismus als nicht trennscharf gezeigt hat, wurde sie zugunsten der „Autismus-Spektrum-Störung“ aufgegeben.
Bei allen, die die Diagnosekriterien einer Autismus-Spektrum-Störung erfüllen, führt die Störung (wenn auch unterschiedlich ausgeprägt) zu Stress und Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, gesellschaftlichen, schulischen, beruflichen und anderen wichtigen Funktionsbereichen. Autismus-Spektrum-Störungen bestehen lebenslang, sind nicht „heilbar“, aber durch möglichst früh einsetzende Förder- und Therapiemaßnahmen so zu beeinflussen, dass viele Betroffene ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Selbstbestimmung, Integration, Inklusion und Lebensqualität erreichen können.